… kommt an die Macht – und dann?

Sie glauben noch, dass Lösungen aus sorgfältigen Realitätsanalysen hervorgehen. So aber läuft die Welt nicht mehr. Wir sind ein Imperium, und wenn wir handeln, kreieren wir unsere eigene Realität. Und während Sie diese Realität untersuchen, agieren wir schon wieder und stellen Realitäten her, die Sie dann wieder analysieren können. Wir sind die Akteure der Geschichte, die andere Wirklichkeiten hervorbringen. Und euch allen bleibt nichts anderes übrig, als mit euren Analysen dem hinterherzulaufen, was wir tun. (New York Times 2004, Ein Berater des Präsidenten Georg W. Bush beschrieb den „naiven“ Realisten, Süddeutsche)

Der kleine Populist möchte wieder seine kleine Welt, in der alles übersichtlich geordnet und gut zu verstehen ist und er die Richtung vorgibt: Meinungsfreiheit, solange er zum Reden kommt, Religionsfreiheit in Maßen und bitte nur angepasst an sein Weltbild; Pressefreiheit ist eh nicht existent und soziale Medien, in denen jeder direkt seine Gefühle zur Lage der Nation äußern kann, reichen völlig; Genfer Flüchtlingskonventionen, wer braucht das schon, wenn wir unsere Grenzen hochziehen, haben wir auch keine Probleme mehr mit Krieg und Terror. Und dann ist da noch die Sache mit den Wahlen in einer Demokratie. Da der kleine Populist im Namen des Volkes spricht, nimmt er für sich in Anspruch, den Volkswillen zu repräsentieren. Blöd ist nur, wenn nur ein paar Leute einen wählen. Macht nichts, der Wahlausgang wird groß gefeiert und schließlich gibt es ja auch noch das ‚moralische‘ Wahlergebnis, bei dem die Prozentzahlen beliebig nach oben schießen. Wozu lebt man schließlich in seiner eigenen Blubberblase.

Unsere Demokratie ist nicht vom Himmel gefallen, sondern beruht auf einer Verfassung, unserem Grundgesetz, und ist hart erkämpft. Darüber hinaus gelten viele internationale Abkommen, die wir als Deutsche gemeinsam mit verschiedenen Ländern ausgehandelt haben. Vielleicht ist es mal Zeit, sich diese Papiere wieder genauer anzuschauen.