… hat den Rechtspopulisten lieb

Das Problem sind eher Randgruppen wie Sinti und Roma, die leider in großer Zahl kommen und nicht gut integrationsfähig sind. (
Bernd Lucke im Januar 2014, zitiert nach einem Artikel des Focus)

Wenn jemand verliebt ist, siegt oft das Gefühl über den Verstand. Mit der Logik ist es dann nicht mehr weit her. Das kennst du doch auch, oder? Da kann es schonmal passieren, dass Randgruppen (ein Wort für eine „Minderheit“, also wenige Menschen in einer Gesellschaft, die nicht zu einer bestimmten sozialen Schicht gezählt werden) „in großer Zahl“ existieren und plötzlich zur Bedrohung werden. Und mit welchem Gefühl wird eigentlich die „Integrationsfähigkeit“ gemessen?
Der kleine Populist liebäugelt oft mit rechten Thesen, weil diese so gut in sein einfaches Freund-Feind-Schema passen. Wie man/frau so schön zu guten Freunden sagt: „Meine Freunde sind deine Freunde und deine Feinde sind meine Feinde!“ Die Feindbilder, auf die sich der kleine Rechtspopulist bezieht, existieren also schon sehr lange im kulturellen Gedächtnis, wurden schon oft bekämpft und werden bei Bedarf wieder herausgeholt: Es sind Muslim_innen, Sinti und Roma, schwarze Menschen, Homosexuelle, männliche Migranten, Arbeitslose, Obdachlose, Menschen mit Behinderungen oder einfach „die Ausländer“ im Allgemeinen. Das Gefährliche an der Beziehung zwischen rechtsextremen, menschenverachtenden Feindbildern und dem kleinen Populisten ist, dass der Populist diese Bilder wieder gesellschaftsfähig und mit ihnen Politik macht. Er missbraucht sie als Blitzableiter für wütende Wähler_innen, um deren Stimmen zu gewinnen. Damit spricht er bestimmten Gruppen von Menschen aufgrund ihrer äußerlichen Merkmale, ihrer Herkunft oder ihrer sexuellen Orientierung Rechte ab, die andere Menschen wie selbstverständlich genießen. Oft spricht er ihnen sogar die Menschlichkeit an sich ab. SO werden zwei Klassen von Menschen geschaffen, von denen eine als „Sündenböcke“ für alle gesellschaftlichen Probleme und Streitigkeiten herhalten muss. Das ist nicht nur traurig für die betroffenen Menschen, sondern auch für die Wähler_innen des kleinen Populisten. Denn die gesellschaftlichen Probleme, von denen sie sich eine Lösung erhoffen, wie Arbeitslosigkeit oder soziale Ungleichheit, werden durch das Ablenkungsmanöver auf „die Schuldigen“ gar nicht erst bearbeitet. Stattdessen geht die Energie in das von Wut geleitete Vorhaben, den Minderheiten im eigenen Land das Leben schwer zu machen.

Lerne rechte Argumentationsweisen und Parolen erkennen und übe ihnen zu widersprechen!